Interview Hanseatic Coffee Roasters X Kaffeeseite

März 30, 2021 4 Lesedauer

Hanseatic Coffee Roastery

Heute stellen wir euch die Hanseatic Coffee Rösterei aus Hamburg vor. Viel Spaß beim Lesen!

1. Wie kamt ihr auf die Idee, eure eigene Rösterei zu gründen?

Die Rösterei ist aus unserer Liebe zum Kaffee entstanden. Schon mein Großvater war Kaffeekaufmann. Mein Vater, Sven Peters, betrieb eigentlich eine Firma für Gastronomieausstattung und Weinzubehör. Auf einer Messe wurden wir von einem Hamburger Kollegen regelrecht für Kaffee begeistert und haben ziemlich schnell mit Ihm zusammen unseren Weg gefunden. 2 Jahre und vieles ausprobieren später haben wir dann Hanseatic Coffee gelauncht – dies war 2017. Heute ist es ein erfolgreicher Familienbetrieb.

Hanseatic Coffee Roastery

2. Wie ist das Konzept des Coffee&Wine Labs entstanden? Was haben Wein und Kaffee gemeinsam, und warum lassen sie sich so gut kombinieren?

Das ist ziemlich spontan entstanden. Ich habe das Foodlab, in welchem das Coffee and Wine lab sich befindet schon länger verfolgt. Im Frühjahr 2020 kamen Christin Siegemund, die Gründerin vom Foodlab, und ich irgendwie zusammen und haben bemerkt, dass sich viele Synergien bilden können. Sie suchte einen Kaffeepartner und wir eine weitere Fläche, auf der wir unsere Marke präsentieren konnten. Ein paar treffen und Kaffees später  haben wir schnell bemerkt – das passt!  Der Gedanke ein Café und eine Weinbar zu kombinieren spielte schon länger in unserem Kopf und der Ort in der HafenCity, direkt am Wasser, passte einfach wunderbar.

Nun was haben Kaffee und Wein gemeinsam? Kaffee und Wein teilen sich viele Aromen, Kaffee selbst hat weitaus mehr bis jetzt nachgewiesene Aromen als Wein. Dazu der Anbau und die Ernte – nichts ist wichtiger als die Lage und Beschaffenheit des Anbaugebietes beider Produkte. Das ist unsere Gemeinsamkeit von Wein und Kaffee. Grundsätzlich würden wir keinen Wein zu unserem Kaffee trinken, deshalb tauschen wir auch die Kaffeetassen um 17 Uhr gegen Weingläser aus, damit sich dies nicht beißt. 😉

3. Wie wählt ihr die Kaffeeplantagen aus, von denen ihr euren Rohkaffee bezieht? Und wie stellt ihr die Qualität des Rohkaffees sicher? 

Zu den Besonderheiten an unseren Bohnen muss man hier schon beim Einkauf anfangen. Alle Kaffees, die wir aus den unterschiedlichsten Ländern beziehen, fangen bei einem „Q-Arabica Score“ von 80 Punkten aufwärts an. Diese Punktebewertung wird im Spezialitätenkaffee angewandt, um den Kaffee zu bewerten und auch später im Kaffeehandel preislich auszuschreiben. Wir befinden uns damit also im obersten Segment was schon unseren Rohkaffee Einkauf betrifft. Unsere Röstung passen wir an den jeweiligen Kaffee an. 

Zum Thema Nachhaltigkeit: Unsere Bohnen werden von kleinen bis mittelgroßen Farms bezogen die in fast allen Fällen familiengeführt sind. Das besondere hierbei ist nicht nur die transparente Qualitätskontrolle, sondern auch der finanzielle Aspekt. Die Farms erzielen durch die erhöhte Nachfrage von Spitzenkaffees, die Motivation Spitzenkaffees anzubauen. Durch die erhöhte Qualität können insbesondere die kleinen Farms diese Kaffees zu höheren Preisen am Kaffeemarkt verkaufen. Unsere Projektkaffees unterstützen hierbei auch noch zusätzlich die Infrastruktur der Farms z. B. durch den Kauf neuer Trocknungsbetten. Damit garantiert man eine sorgfältige und gepflegte Trocknung der Bohnen, welches sich wiederum zur nächsten Ernte auf eine noch bessere Qualität der Ware ausübt. Ein Kreislauf der sich bewährt!

Zur Qualitätssicherung arbeiten wir hier in Hamburg sehr eng mit unserem Rohkaffeeimporteur zusammen.

4. Gibt es verschiedene Arten Kaffee zu rösten? Wenn ja, welche wendet ihr an?  

Jede Bohne ist anders, muss somit auch bei verschiedenen Eintritts sowie Austrittstemperaturen geröstet werden. Dies passiert auf unseren „Oldtimern“ – Probat Maschinen aus den 60er-Jahren. Um es allgemein zu beschreiben, Rösten wir bei niedrigen Temperaturen und geben unserem Kaffee eine mittlere Rösttiefe. Unseren Specials sowie zukünftig kleinere Sorten werden wir allerdings auch mit helleren Röstungen versehen – sofern diese zu dem Kaffee passen. Wir gucken uns gerade eine Menge Honey Prozesse an sowie Naturals. Das wird spannend! 😊

5. Worauf sollte man als Konsument beim Kauf von Kaffeebohnen achten? 

Es gibt mehrere Faktoren. Generell wird es in der Frage 3 schon gut beschrieben. Es geht hauptsächlich darum, dass man den fairen Einkauf unterstützt und die kleinen Röstereien aus der Umgebung. Ich schaue immer darauf, wer ist der Produzent, wie viel kostet der Kaffee und was für Siegel hat dieser. Wenn ein Kaffee das Kilo für 9,90 € im Einzelhandel angeboten wird und darauf ein Fair Trade Siegel ist, kann ich mir sicher gehen, dass dieser nicht wirklich fair eingekauft ist und da mit Kilopreisen am Markt von unter einem Euro gehandelt wird – was kommt denn da noch beim Kaffeebauern an? Also meine 3 goldenen Faktoren: Produzent, Preis & Siegel.

6. Wie stark hat sich die Kaffeewelt seit Beginn eurer Hanseatic Coffee Company verändert?

Es hat sich sehr viel verändert. Die Verbraucher haben ein höheres Bewusstsein bekommen, was den Kauf von Kaffee angeht. Diese unterstützen eher die kleinen und regionalen. Ebenso hat sich der Markt verändert, was den Kauf von Rohkaffee angeht. Durch den immer höher werdenden Teil der kleinen Röster, wird mehr Qualität gekauft und die Rohkaffeepreise gehen auch im Normalfall an die Produzenten direkt. Dadurch werden mehr Kleinbauern und Familienplantagen unterstützt sich eine bessere Infrastruktur aufzubauen. 

7. Habt ihr zum Schluss noch einen Geheimtipp für den perfekten Espresso oder Cappuccino? 

Mit unserem Italian Bar 19in36out bei 28 Sekunden. Wichtig ist für unser immer die schön cremige Konsistenz beim Milchschaum.

Unser Interviewpartner im Porträt

Die Hanseatic Coffee Roasters verwöhnen Kaffee-Fans seit Jahren mit exklusiven Kaffeespezialitäten. Wir rösten traditionell in Hamburg und Bremen ausschließlich auf Trommelröstern. Unsere Kaffees garantieren feine Rohkaffees aus handgepflückten Hochland-Arabica-Bohnen. Wir beziehen unseren Rohkaffee meist von kleinen Familienplantagen in Südamerika, Afrika sowie aus Indonesien und sichern uns die besten Bohnen aus Region und Erntejahr.